Nahgüterzügen lag auf Grund der Rangierbewegungen auf den Bahnhöfen die durchschnittliche Transportgeschwindigkeit nur bei 10 - 15 km/h. Teilweise wurden
die Güter in der Fläche noch mit PmG abgewickelt. Deshalb sollte in einem flächendeckendem Netz beschleunigte Stückgüter transportiert werden. Nach
Möglichkeit sollte die Stückgüter ohne Umlade- sowie Kuppelzeiten ihren Zielort erreichen, sortiert werden sollten diese während der Fahrt. Zu diesem Zweck plante
die DRG 1927 die Beschaffung von Diesel-Gepäcktriebwagen, deren schnellen Lieferung in ausreichender Stückzahl durch die Triebwagenhersteller jedoch nicht
möglich war.
Auf Anregung der Rbd Köln wurden deshalb beschleunigte Nahgüterzüge geschaffen, die durch Personenloks befördert wurden. Für diese Züge wurden gedeckte
Güter- mit zumeist älteren preuß. Gepäckwagen kurzgekuppelt und mit Frontöffnungen/ Faltenbälgen versehen. Für das Begleitpersonal erhielten diese Wagen
Heizung sowie eine durchgehende Gasbeleuchtung. Bei diesen Einheiten betrug die nutzbare Ladefläche ca. 40 qm, die zulässige Höchstgeschwindigkeit lag bei 65
km/h.
Leig-Einheit der DRG, Fleischmann
Ab 1930 baute man auch großräumige gedeckte Güterwagen der Wagengattung Gl "Dresden" zu Leig-Einheiten um. Durch Verbesserung der Federung konnte bei
ihnen die Höchstgeschwindigkeit auf 75 km/h gesteigert werde.
Leig-Einheit der DR (Epoche 3), Sachsenmodelle
Diese bis zu 10 Achsen langen Züge wurden auch als Ersatzgütertriebwagen, ab 1929 dann als Leichtgüterzug (Leig) bezeichnet. Bei der DB wurde der Stückgut-
Schnellverkehr in den 70er Jahren aufgegeben, man konnte mit dem flexibleren Lkw-Verkehr nicht mehr mithalten. Bei der DR hingegen wurden die Leichtgüterzüge
zu Expressgutzügen (Gex) sowie Expressgutwagen in Personen- sowie Eilzügen weiterentwickelt.
Neben den abgebildeten H0-Modellen der Leig-Einheiten finden sich Modelle der gleichen Bauart von Leichtgüterzügen als auch einzelner Stückgut bzw. Express-
gutwagen in verschiedensten Ausführungen bei weiteren Modellbahnherstellern im Angebot.